Sonntag, 18. September 2016

Das Apfelfest


Unser Apfelfest ist eines meiner Lieblingsfeste im Jahr. Die Girlanden mit den Apfeldrucken hängen schon seit ein paar Tagen am Fenster im Kinderzimmer und auf dem Jahreszeitentisch liegen leuchtend rote Äpfel neben den ersten Kastanien und Eicheln.
Der Tag beginnt mit Milchreis und selbstgemachten Apfelkompott und einem klassischen Apfel-Gedicht, "die Einkehr" von Ludwig Uhland (das unser Großer fast auswendig kennt):

Bei einem Wirte, wundermild,
da war ich jüngst zu Gaste;
ein goldner Apfel war sein Schild
an einem langen Aste.

Es war der gute Apfelbaum,
bei dem ich eingekehret;
mit süßer Kost und frischem Schaum
hat er mich wohl genähret.

Es kamen in sein grünes Haus
viel leichtbeschwingte Gäste;
sie sprangen frei und hielten Schmaus
und sangen auf das beste.

Ich fand ein Bett zu süßer Ruh
auf weichen, grünen Matten;
der Wirt, er deckte selbst mich zu
mit seinem kühlen Schatten.

Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit,
da schüttelt' er den Wipfel.
Gesegnet sei er allezeit
von der Wurzel bis zum Gipfel!

Nach dem Frühstück ziehen wir uns an (die wetterfeste Kleidung, Gummistiefel und Jacken bleiben in diesem Jahr zu Hause) und fahren zu einem Bio-Apfelbauern in unserer Nähe. Von dort aus geht es mit dem Traktor (wenn man die Jungs fragt, das Beste am ganzen Tag) auf die Apfelplantagen. Dort stehen schon Schubkarren und Kisten bereit, um Äpfel und Birnen einzusammeln.
Zu ernten gibt es die Klassiker Elstar und Boskop, aber auch Raritäten wie den Rosenapfel und den Berlepsch. Jede Sorte (15 verschiedene werden dort angebaut) darf vorher probiert werden, und auch zwischendrin, wenn der Appetit auf saftige Äpfel zu groß wird. Nach und nach füllen sich Kiste und Korb, die Kinder sind in ihrem Eifer unermüdlich.
Zurück am Hof gibt es Kürbissuppe zum Mittagessen und die Kinder dürfen in einer Presse ihren eigenen Apfelsaft pressen.
Am Ende fahren wir mit knapp 30 Kilo Äpfel und Birnen nach Hause. Den größten Teil lagern wir im Keller ein, gerade der Boskop lässt sich gut aufbewahren. Der Rest wird sofort verarbeitet und gegessen, bereits am Nachmittag duftet es aus unserer Küche nach Apfelkuchen. Der beste Duft überhaupt.

Habt einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße
Leni

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Kommentare:

  1. Wunderbar eine schöne Tradition und die Kinder bekommen einen realen Bezug zum Obst.
    Schön wenn man so eine Gelegenheit nutzen kann.
    Den Duft des Apfelkuchens kann ich riechen, einfach herrlich.
    L G Pia

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  2. Muss ich gleich seufzen! Wirklich wunderbar! Bestimmt immer wieder ein toller Tag für alle.
    Mit meiner Mutter bin ich als Kind auch auf Apfelplantagen zum Ernten gefahren.
    Obwohl wir im Altbau eigentlich einen Lagerkeller haben, ist es da unten so feucht, dass wir in der Praxis leider nichts da unterbringen können. Sonst würde ich auch Äpfel und Kartoffeln lagern.
    Liebe Grüße und viel Spaß beim Naschen und Verarbeiten.

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  3. Wir waren auch da...das erste Mal. Das pflücken hat uns gut gefallen, den Mädchen das Pressen und dem Babybär das Traktor düsen. Wir hoffen allerdings dass nächstes Jahr wieder das Apfelfest bei uns im Nachbardorf stattfindet, finden dies doch um einiges charmanter und uriger da nicht so professionell und eher ganz altmodisch und liebevoll. Liebe Grüße!

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